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Vertrauen – The Universe Takes Care Of You!

Eine Woche der sogenannten „Ausgangssperre“ ist bereits vergangen. Ob diese nun gerechtfertigt ist oder nicht: viele Menschen werden dieser Tage von Angst und Ungewissheit geplagt. Vielleicht tritt bei einigen schon eine leichte Verzweiflung ein. Doch im Dualismus dieser Erde gibt es immer ein Licht. Dieser Text soll Hoffnung machen und Euch helfen, wieder ins Vertrauen zu kommen.

Kurz vor dem großen Shutdown im Kontext der globalen Corona-Krise war ich auf den Azoren im Urlaub. Es durften nach meiner Einreise keine Flugzeuge aus dem Ausland mehr landen. Ich hatte Glück. An den letzten verbleibenden Tagen meiner kurzen Zeit auf dieser wunderschönen Insel „Sao Miguel“ lernte ich Johannes kennen, ein junger Mann aus Deutschland. Immer ein Lächeln auf den Lippen, verbunden mit sich selbst, strahlt er einen unglaublichen Frieden aus.

Die wundersame Inspiration

Er erzählte mir, dass er um die ganze Welt trampt und dafür auch bei Segelbooten anheuert, um über die Meere zu gelangen. Und ich lernte von ihm eine entscheidende Sequenz, mit der er dieses mutige Projekt immer beschützt und gut gelaunt vorantreibt: Er weiß tief in seinem Inneren, dass das Universum immer für ihn sorgt und er sich deshalb keinerlei Gedanken machen muss – weder um Geld, noch um einen Schlafplatz oder um den Fortgang seiner Reise. Dieses tiefe Urvertrauen versucht er an all die Menschen weiterzugeben, die er auf seiner Reise trifft, ebenso die Liebe, mit der er allen Lebewesen begegnet. Dieser junge Mensch hat mich sehr inspiriert.

Auch in der momentanen Situation könnten viele Menschen dieses Urvertrauen vertragen. Angst ist das Gegenteil von Liebe. Doch es ist nicht einfach, diese beiden Dinge von jetzt auf gleich auszutauschen. Viele Menschen bangen derzeit um Angehörige, haben Angst davor, den Virus selbst zu erhalten, haben Sorge um die Zukunft, wissen nicht wie sie ihre Miete zahlen sollen, weil der Job durch den großen Shutdown weggebrochen ist. „Wie soll das Universum jetzt noch für mich sorgen?“ , fragen sich jetzt einige.

Ich habe mich nach dieser wundervollen Begegnung mit Johannes hingesetzt und die Augen geschlossen. Nach einem tiefen Atemzug habe ich mich an Situationen in meinem Leben erinnert, in denen ich vollkommen getragen wurde, obschon die Umstände schier unsicher und chaotisch schienen. Drei davon möchte ich jetzt mit Euch teilen:

1. Hitch-hiking: 2000 km allein – Vom Polarkreis nach Kopenhagen

Vor einigen Jahren lebte ich in Finnland, direkt am Polarkreis. Als sich der lange Winter dem Ende neigte, verabredete ich mich mit meiner damaligen Freundin in Kopenhagen. Da ich wenig Geld hatte und Abenteuer mochte, beschloss ich, die 2000 km gen Süden zu hitch-hiken. Ihr könnt Euch sicher sein, dass ich das nicht ohne Angst tat! Aber ich nahm diese Furcht einfach mit, packte sie in meinen Rucksack und zog los. Ich wusste, wenn ich im Vertrauen bin, statt mich in der Angst zu verlieren, kann mir nichts passieren.

Die Angst war zwar da, aber ich ließ sie nicht die Macht übernehmen. Ich erlebte also eine Reise, an die ich mich bis heute noch gerne zurück erinnere: Meistens fuhr ich mit LKW-Fahrern mit. Es waren wundervolle Begegnungen. Sie waren dankbar jemanden an Bord zu haben, mit dem sie sich unterhalten konnten, so war es für sie weniger langweilig. Sie boten mir Schokolade, Cola und Snacks aus ihrer Minibar an, wir hörten Musik, sprachen über Gott und die Welt. Einmal schaffte ich es nicht ganz bis Stockholm und schlief im Zelt, mitten im kalten skandinavischen März am Rande des LKW-Rastplatzes.

Natürlich hatte ich Angst, dass mich nachts jemand besuchen kommt und ich tat kein Auge zu. Aber am Ende war stets das Vertrauen stärker, dass alles gut sein wird. Und so kam ich nach drei Tagen in Kopenhagen an – sicher und entspannt, mit allerhand Stories im Gepäck.

2. Indien: Zum ersten Mal. Allein als Frau.

In meinen Zwanzigern malte ich einen ganzen Sommer lang Tattoos für Touristen auf der Straße im Schwarzwald. Von dem Geld wollte ich nach Israel gehen, um eine Modern-Dance Schule in der Wüste zu besuchen. Doch irgendetwas drängte mich am Ende des Sommers in eine andere Richtung. Ich fühlte, ich müsse nach Indien gehen. Also flog ich nach New Deli. Bereits vom ersten Taxifahrer, der mich vom Flughafen in die Stadt fahren sollte, wurde ich übers Ohr gehauen. Er führte mich um mehrere Ecken, fern von den normalen Taxiständen, zu einem kleinen Auto ohne Beschriftung. Auf dem Vordersitz saß bereits ein Mann, den der Taxifahrer kannte.

Mit einem seltsamen Gefühl stieg ich ein. Ich nannte ihm die Adresse meiner Couchsurfing-Freundin. Prompt fuhr er mich durch das wahre Indien: vorbei an Slums, Rauschschwaden, barfuß laufenden, schmutzigen Kindern, Müllbergen, dunklen Gassen. Ich betete zu Gott, dass dieser Taxifahrer mich auch tatsächlich zu meinem Zielort fahren möge. Merkwürdige Bilder, die ich aus den Medien kannte, stiegen in meinem Geist empor. Ich hatte Angst. Aber ich ließ auch hier die Angst keine Macht übernehmen, sondern sah ihr ruhig in die Augen, während ich meiner Bekannten mehrere Textnachrichten schickte.

Behütet am Ziel

Am Ende brachte mich der Taxifahrer bis vor die Haustür. Nicht ohne dabei die fünffache Menge des eigentlichen Preises zu verlangen – doch das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. So erging es mir die gesamte Indienreise über. Ich hatte Dauerangst. Ein Land, das so anders ist als Deutschland, allein zu erkunden, als Frau, im Hinterkopf immer die Horrornachrichten aus den Medien sowie die besorgten Stimmen meiner Eltern. Aber ich ließ mir eines nicht nehmen: die innere Stärke. Eine Stärke, die sich von der Angst nicht unterkriegen lässt, sondern mit ihr Hand in Hand geht. Die ihr dankbar dafür ist, dass sie aufpasst – ihr jedoch nicht die Pool-Position überlässt. Indien war für mich ein einschlägiges Erlebnis. Es gab viele Situationen, bei denen ich mich im Geiste bereits die Klippe runter stürzen, vergiftet, vergewaltigt, einem Virus erliegend oder ermordet sah. Doch es passierte nichts von alldem. Vielleicht hatte ich Glück. Vielleicht lag es aber auch an meinen freundschaftlichen Umgang mit der Angst, mein treuer Begleiter, der jedoch niemals die Intuition und das Vertrauen von ihrer Startposition verdrängen wird.

3. In der Sackgasse des Lebens

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in dem nichts aber auch gar nichts zu funktionieren schien. Egal was ich auch tat. Ich kämpfte um einen Job, um eine Beziehung, um finanzielles Überleben. Nichts von alldem stellte sich ein. Ich litt gewaltig unter Ablehnungen, Misserfolg und diesem permanenten Unbehagen, mit all dem so wahnsinnig allein zu sein. Ich fühlte mich wie in einer Sackgasse gefangen. Und schlimmer noch: ich spürte, dass ich keinerlei Kontrolle mehr über mein Leben hatte. Was ich auch tat, um meine Situation zu verändern – es trug keinerlei Früchte. Ich weinte viel und betete jeden Abend zu Gott, dass diese Situation doch endlich ein Ende nehmen sollte! Doch es geschah nichts dergleichen. Ich war mutterseelen allein und wusste zum ersten Mal in meinem Leben nicht, wie es weiter gehen sollte. Ich hatte keinen Plan B.

Während ich tiefer nicht mehr fallen konnte, wurde mir bewusst, dass ich mich dem Leben hingeben musste. Mir blieb keine andere Wahl. Ich begann also damit, das Leben durch mich fließen zu lassen. Indem ich all das, was jetzt im Außen nicht funktionierte und worüber ich keinerlei Kontrolle hatte, da sein ließ. Ebenso meine Ängste und Verzweiflungen. Ich wusste plötzlich, dass ich aufhören musste zu kämpfen. Und so ließ ich los. Ich schrieb meine Gedanken auf, deutete meine Träume, meditierte mehr und ließ alles Äußere einfach zu.

Es vergingen keine drei Tage, bis eine zunehmende Leichtigkeit in mir aufstieg. Ich wurde gelassener und es stellte sich die tiefe Intuition ein, dass das Leben für mich sorgen würde und sich eine Tür öffnen wird. Und so kam es. Nach drei Wochen widerfuhren mir unverhoffte Begegnungen, plötzliche Jobangebote und ein nie gekannter Flow stellte sich ein, der meinen ganzen Körper durchströmte. Die ständige Müdigkeit war verschwunden und in Momenten, in denen ich früher verzweifelt gewesen wäre, war ich plötzlich ruhig und zuversichtlich. Und all das nur, weil ich mein Bewusstsein um einen Zentimeter verschoben hatte, hin zu mehr Vertrauen in das große Ganze, das Leben, das Universum, Gott – wie auch immer man es nennen mag.

Komm ins Vertrauen!

Diese drei Beispiele sind ein kleiner Appell an alle, die gerade verzweifelt sind. Setzt Euch einmal ruhig hin und denkt darüber nach, in welchen Situationen ihr bereits vom Leben getragen wurdet. Macht Euch Notizen, wenn Ihr wollt.
Manchmal scheint im Leben nichts weiter zu gehen oder die Angst zu groß zu werden. Doch wenn man beginnt zu vertrauen, ohne dieses Vertrauen zu hinterfragen sondern stattdessen den Kopf ausschaltet und sich mit dem Herzen der Ungewissheit hingibt sowie seine Angst im Körper fühlt und Liebe an die Stellen des Körpers schickt, die sich unangenehm anfühlen – dann geschieht oft etwas Wundervolles. Man wird nicht nur ruhiger und entspannter, sondern es öffnet sich eine Tür. Vielleicht nicht sofort. Aber nach einer gewissen Zeit. Plötzlich werden die Weichen neu gestellt und das Leben fließt ohne unser Zutun weiter. Meistens anders als geplant, aber es fließt und bietet neue, überraschende Möglichkeiten. Probiert es aus!

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